E-Scooter

E-Scooter-Anbieter ziehen Bilanz und rüsten sich für den Winter

E-Scooter von Jump in den herbstlichen Straßen von Berlin. Foto: Matthias BannertE-Scooter von Jump in den herbstlichen Straßen von Berlin. Foto: Matthias Bannert

Nach einem erfolgreichen Start der E-Scooter in Deutschland herrscht nun Winter und die E-Scooter-Anbieter müssen sich unter erschwerten Bedingungen beweisen.

E-Scooter werfen eine große Debatte auf: Immer wieder hört man Nachrichten von der unsachgemäßen Nutzung und dem fahrlässigen Verhalten vieler Fahrer, was oft zu vielen beschädigten oder falsch abgestellten Rollern führt.

Positive Bilanz für E-Scooter-Unternehmen in Deutschland

Trotz allem ziehen viele Anbieter positive Bilanzen nach dem ersten halben Jahr in Deutschland. Deutsche E-Scooter Verleiher wie Tier und Circ, aber auch der US-Anbieter Lime berichten von guten Profiten in deutschen Städten. Deutschland sei der wichtigste Markt, berichtet Julian Blessing, Gründer des Berliner E-Scooter Verleihs Tier, der Berliner Morgenpost. Die Tier-Scooter hätten alleine im ersten Monat schon über eine Million Fahrten absolviert.

Doch wie wird das E-Scooter Geschäft im Winter weitergehen? Nicht nur weniger Radfahrer werden in dieser Jahreszeit unterwegs sein, auch die Bereitschaft einen E-Scooter zu mieten wird mutmaßlich sinken. Sogar der TÜV-Verband fordert Verleiher auf, das Mieten E-Scooter bei zu schlechten Wetterbedingungen durch eine Sperre in der App zu verhindern.

Überangebot und Verlust bei E-Scootern

Auf die Anbieter werden also schwierige Zeiten zukommen. Durch ausländische Anbieter, wie Lime, Bird oder Jump, aber auch das schwedische Start-up Voi sind die deutschen E-Scooter Verleihdienste alles andere als alleine und der Markt ist schwer umkämpft. Es herrscht ein starkes Überangebot, was zu schweren Folgen für die Anbieter folgen kann. Schon jetzt werden viele von den über 300.000 von den sechs großen Anbietern auf die Straßen gebrachten Verleihern viele E-Scooter kaum genutzt. Dazu kommt noch das Verlustgeschäft der Anbieter zu Beginn der Einführung von E-Scootern in Deutschland, welches nun durch erhöhten Umsatz wieder eingeholt werden soll.

Ein großes Problem zum Start der Roller waren die geringe Haltbarkeit, welche durch hohe Anschaffungskosten ins Minus führte. Die E-Scooter seien zwar inzwischen deutlich robuster geworden und würden nicht wie zu Beginn nur drei Monaten, sondern zwischen zwölf und 18 Monaten halten, sagt Philipp Sadek, Autor einer Studie der Boston Consulting Group, der Berliner Morgenpost. So sind die E-Scooter Anbieter gezwungen die Preise weiterhin auf verhältnismäßig hohen Kosten zu belassen oder in Zukunft eventuell weiter zu erhöhen, obwohl man für vergleichbare Distanzen mit öffentlichen Verkehrsmitteln, Leihrädern oder sogar Mietwagen etwas günstiger dran wäre.

Zum Thema: E-Roller-Anbieter Coup stellt Betrieb ein

Tier plant Winter-E-Scooter

Als bisher einziger Anbieter kündigte Tier nun im Kampf gegen Gewinneinbrüche im Winter an, eine mit größerem Vorderrad und kälteresistenter Batterie ausgestatte Version ihres Scooters zur Verfügung zu stellen. Gründe dafür seien, wie Julian Blessing der Berliner Morgenpost berichtet, dass Kunden weniger durch Kälte als durch Nässe abgeschreckt werden und man so auch im Winter eine funktionierende E-Scooter-Alternative anbieten kann.

Zum Thema: Tier startet mit 250 E-Scootern in Stuttgart

Der Markt in Deutschland wird sich also verändern. In den USA kann man einige dieser Geschehen auch jetzt schon beobachten, so werden einige Verleiher von anderen aufgekauft oder fusionieren. Durch immer noch verhältnismäßig geringe Haltbarkeit, hohe Anschaffungskosten der E-Scooter und vor allem im Winter deutlich geringeren Kundenbestand, werden sich wohl nicht alle der zur Zeit vorhandenen Anbieter auch in Zukunft durchsetzen können. Jedoch haben nicht nur die amerikanischen Anbieter gute Chancen sich auf dem Markt zu etablieren, denn die europäischen seien ebenfalls gut finanziert und für die Zukunft gerüstet, so Florian Weig, Seniorpartner der Unternehmensberatung McKinsey der Berliner Morgenpost. Welche E-Scooter Anbieter wir also auch in Zukunft noch auf unseren Straßen sehen werden, bleibt abzuwarten.

Zum Thema: Steht der deutsche E-Scooter-Anbieter Circ vor dem Aus?

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