E-Scooter

Circ: Mitarbeitende packen über schlimme Zustände aus – 5 Vorwürfe

Circ, ehemals Flash, ist ein E-Scooter-Start-up aus Berlin. Foto: CircDas Berliner Roller-Start-up Circ wurde Anfang dieses Jahres von Bird aufgekauft.

Jung, hip und cool – das ist ein Bild, das vielen einfällt, wenn sie an Jobs in Start-ups denken. Doch oft unterscheiden sich die Arbeitsbedingungen dort nicht so drastisch von klassischen Unternehmen, wie man zunächst denken mag. Mitunter herrschen sogar schlimme Zustände für die Mitarbeitenden.

Eine Recherche von Gründerszene zeigt nun die teils schlimmen Zustände, die im Roller-Start-up Circ vorgeherrscht haben sollen. Mitarbeitende berichten von unbezahlten Überstunden und heftigen Streits auf Management-Ebene.

Die Rollerfirma startete 2018 unter dem Namen Goflash und sollte später als Flash starten. Im Juni 2019 musste sich das Start-up von Lukasz Gadwoski in Circ umbenennen. Der Grund dafür waren markenrechtliche Probleme, wie das Manager-Magazin berichtet. Anfang dieses Jahres wurde Circ schließlich vom US-Anbieter Bird übernommen.

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Vor der Übernahme durch Bird, sollen beim Scooter-Start-up Circ massenhaft Angestellte entlassen worden sein (MOViNC berichtete). Ein Insider sprach bei Techcrunch von rund 10 Prozent aller Arbeitnehmer, mindestens aber von 50 Mitarbeitenden. Doch nicht nur die Entlassungen machten den Angestellten zu schaffen.

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Das sagen (ehemalige) Angestellte der Gründerszene über Circ:

  1. Die Mitarbeitenden sollen zu Überstunden und Nachtschichten ermutigt worden seien: Das Management von Circ soll in insgesamt drei Fällen sogar Mitarbeitenden Auszeichnungen in Form eines Schlafsacks in der Firmenfarbe Orange verliehen haben. Außerdem sollen im Sommer vergangenen Jahres alle Angestellten zu Mehrarbeit – auch in der Nacht ermutigt worden sein.
  2. Kein Überstundenausgleich: Büroarbeiter seien nach Feierabend in das Lager bestellt worden, um dort Arbeiten zu verrichten. Einen Ausgleich für das zusätzliche Bekleben von Circ-Rollern mit Stickern in der Firmenfarbe habe es nicht gegeben. Der Grund für die zusätzliche und unbezahlte Arbeit: Unter Termindruck habe das Unternehmen die Roller in der falschen Farbe bestellt und musste diesen Fehler vor dem Relaunch ausgleichen.
  3. Extremer Druck von Management-Seite: Mehrere Angestellte berichten gegenüber Gründerszene von regelmäßigen Überstunden bis nach Mitternacht. Zusätzlich soll vielen Angestellten eine nicht erkennbare Unternehmensstrategie zu schaffen gemacht haben. Außerdem habe es enormen Druck vonseiten des Managements gegeben. Eine Angestellte berichtet davon, dass sie nur nicht gekündigt hätte, weil dann der erste Teil ihrer Aktienoptionen von Circ nicht gültig gewesen wäre.
  4. Heftige Streits auf Management-Ebene: Auch innerhalb der Geschäftsführung soll es große Uneinigkeiten gegeben haben. Ende des vergangenen Jahres hatten zwei Mitgründer das Unternehmen verlassen, übrig blieb lediglich Gadowski. Angestellte berichten von Uneinigkeiten bezüglich der strategischen Ausrichtung von Circ.
  5. Circ soll Geldprobleme gehabt haben: Mitarbeitende berichteten der Gründerszene von Geldproblemen im Herbst des vergangenen Jahres. Die sollen sich erst durch die Übernahme von Bird und die damit einhergehende Verkleinerung des Teams aufgelöst haben.

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