Bus & Bahn

Taktlos in Corona-Zeiten: Wie der ÖPNV Abstandsregeln kaum einhaltbar macht

Exklusive Umfrage unter ÖPNV-Anbietern zeigt, wie unterschiedlich der Nahverkehr mit der Pandemie umgeht

Gerade im öffentlichen Nahverkehr sieht man die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie jeden Tag. Credit: Tobias Donald WestphalGerade im öffentlichen Nahverkehr sieht man die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie jeden Tag. Foto: Tobias Donald Westphal

Lange Zeit waren die öffentlichen Verkehrsmittel nicht annähernd ausgelastet. Viele Nahverkehrsdienstleister haben deshalb den Takt reduziert. Doch ist das immer noch so? MOViNC hat bei ÖPNV-Anbietern in Deutschland nachgefragt und dabei unterschiedliche Handhabungen der Krisensituation zutage gefördert. Überraschend: Vielen Anbietern ist die Problematik verringerter Taktzahlen bei der Notwendigkeit zum Abstandhalten nicht bewusst.

Jetzt, da immer mehr Bundesländer die ersten Lockerungen ankündigen und zunehmend mehr Arbeitnehmer wieder vor Ort antreten müssen, heißt es nämlich: Abstand halten. Doch gerade das ist in schon regulär vollen Bahnen schwierig, da hilft auch eine Mund- und Nasenbedeckung nicht. Die reduzierten Takte verschärfen das Ansteckungsrisiko im ÖPNV.

Wir bei MOViNC haben zusammengetragen, wie die Verkehrsbetriebe der innerdeutschen Knotenpunkte und Großstädte auf die Situation reagieren und wann der reguläre Takt in ihrem Verbundsgebiet wiederhergestellt wird. Nachgefragt haben wir, wer sich in der Pflicht sieht, den Fahrgästen sogar durch einen höheren Takt erst die Möglichkeit zu geben, auch wirklich genug Abstand zu halten.

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Diese Unternehmen haben wir befragt

Bei folgenden Verkehrsbetrieben haben wir nachgefragt. Klicken Sie einfach auf den Eintrag, um zur entsprechenden Stelle im Artikel zu gelangen.

Berliner Verkehrsbetriebe

Seit vergangenen Montag, 4. Mai, haben die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) den ursprünglichen Takt wieder aufgenommen. Nach eigenen Angaben habe man auf Fahrgastrückgänge um drei Viertel reagiert, indem der Takt um maximal 13 Prozent angepasst wurde. Mittlerweile sei wieder ein Anstieg der Fahrgastzahlen festzustellen, vom Normalzustand sei man aber noch immer weit entfernt.

Bereits rund zwei Wochen zuvor haben die BVG den Takt auf vielbefahrenen U-Bahn-Strecken wieder auf 10-Minuten angezogen. Lediglich der Betrieb der U55 setzt weiter aus, um die Ungunst der Stunde für Bauarbeiten zur Anbindung an die Linie U5 umzusetzen, die künftig von Hellersdorf bis zum Brandenburger Tor fahren wird.

Hinter uns liegen schwierige Wochen. Zeit, sich zu bedanken: Bei den BVGerinnen und BVGern für ihren unermüdlichen Einsatz. Vor allem aber bei unseren Fahrgästen für ihren besonn…

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