Carsharing

So reagieren die Carsharing-Anbieter auf Coronavirus COVID-19

Wer auf Nummer sicher gehen will, der desinfiziert den Mietwagen selbst. Credit: Drive NowWer auf Nummer sicher gehen will, der desinfiziert den Mietwagen selbst. Credit: Drive Now

Carsharing hat in Zeiten von Corona ein Problem. Was passiert, wenn der Fahrer vor mir mit Sars-CoV-2 infiziert war?

Von Helena Düll und Paul Rost

In Zeiten des Coronavirus können Carsharing und Mietwagen eine Alternative sein. Denn: Statt sich mit vielen Menschen in Busse, Züge oder öffentliche Verkehrsmittel zu quetschen, ist man im Carsharing-Auto von den Mitmenschen isoliert. Was zunächst nach der Lösung zum Schutze vor Ansteckung klingt, hat dennoch seine Tücken.

Lenkrad, Gurte, Regler, Griffe: Sie alle können vom Fahrer vorher vollgehustet oder vollgeniest worden sein – und im schlechtesten Fall wird so der Virus per Tröpfcheninfektion an den nachfolgenden Fahrer übertragen. Wie der Münchner Merkur berichtet, sind sich Experten einig, dass Coronaviren, je nach Material, zumindest einige Tage infektiös bleiben, wodurch auch eine sogenannte Schmierinfektion in Carsharing-Autos nicht auszuschließen ist.

Was tun die Carsharing-Anbieter zum Schutz vor dem Coronavirus Covid-19?

Wie ntv berichtet, haben einige Carsharing-Anbieter Schutzmaßnahmen getroffen. Demnach würde bei den Autos von Share Now, zusätzlich zu der normalen Reinigung, eine Desinfektion stattfinden.

“Unsere Fahrzeuge werden von einem speziell dafür beauftragten Dienstleister regelmäßig desinfiziert. Alle eingesetzten Servicekräfte sind für das Thema sensibilisiert und legen einen besonderen Augenmerk auf die gründliche Desinfektion des Lenkrads und des Schalthebels. ”

Madeleine Schulze, Sprecherin Share Now zu ntv

Zum Thema: Wegen Corona: Flixbus und Pinkbus schränken Verkehr ein

 Auch andere Anbieter nehmen die Lage ernst. Der Autoverleiher Sixt hat ein Koordinationszentrum eingerichtet und Avis stellt in seinen Mietstationen “soweit verfügbar” Desinfektionsmittel bereit.

CleverShuttle, der Ride-Pooling-Service, der zu 76 Prozent zur Deutschen Bahn gehört, hat vor kurzem auf das Non-Pooling-System umgestellt, wie CEO Bruno Ginnuth auf Twitter mitteilte.


Auch der Münchner RidePooling-Anbieter Isartiger, eine Kooperation der Münchener Verkehrsgesellschaft (MVG) und dem Software-Entwickler door2door mit Sitz in Berlin, gibt seinen Kunden “wichtige Verhaltenshinweise”:

  • “Da uns die Sicherheit unserer Mitarbeiter und Fahrgäste sehr am Herzen liegt, möchten wir Sie auf folgende Verhaltensregeln bei einer IsarTiger Fahrt aufmerksam machen: 
  • Bitte steigen Sie nicht mehr am Beifahrersitz zu, sondern nehmen Sie bitte auf der Rückbank des Fahrzeugs Platz.
  • Sollten Sie erkältet sein oder ähnliche Krankheitssymptome aufweisen, welche für COVID-19 sprechen, vermeiden Sie bitte generell eine Fahrt mit dem IsarTiger.
  • Sollten Sie niesen müssen, nutzen Sie bitte nicht die Hand zum Schutz, sondern husten/niesen Sie in die Ellenbeuge, um die Weitergabe von Krankheitserregern an Dritte zu erschweren.
  • Diese Vorsichtsmaßnahmen gelten mit sofortiger Wirkung.”

Was bedeutet das für mich als Carsharing-Nutzer?

Wer sich nicht in einem Risiko-Gebiet befindet, kann nach aktuellem Stand, ohne Bedenken Carsharing-Angebote nutzen. Selbstverständlich sollten auch hier die allgemeinen Vorsichtsmaßnahmen des Robert-Koch-Instituts eingehalten werden, auf die auch alle Anbieter verweisen. Diese sind gründliches und regelmäßiges Händewaschen sowie Niesen und Husten in die Armbeuge. Wer sichergehen will, kann beim Fahren in Carsharing-Autos auch Handschuhe tragen und den Wagen selbst desinfizieren.

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