Eine Pressekonferenz der Berliner Flughäfen gibt Aufschluss über die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf die Hauptstadtflughäfen. Credit: Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Damit rechnen die Berliner Flughäfen nach der Coronakrise

Immer mehr Deutsche sagen ihren langerwarteten Sommerurlaub aus Angst vor einer Infektion mit Covid-19 oder einer Quarantäne bei der Einreise ab. Der Vorstand der Berliner Flughäfen hat sich nun zu den Auswirkungen der Pandemie geäußert.

Gerade der Flugverkehr leidet stark unter den Auswirkungen der Coronakrise. So hat das Auswärtige Amt gerade heute die internationale Reisewarnung bis vorerst 14. Juni verlängert. Immer mehr Deutsche sagen schon darüber hinaus ihren langerwarteten Sommerurlaub aus Angst vor einer Infektion mit Covid-19 oder einer Quarantäne bei der Einreise ab.

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In einer Pressekonferenz haben Rainer Bretschneider, Vorsitzender des Aufsichtsrats, und Prof. Dr.-Ing. Engelbert Lütke Daldrup, Vorsitzender der Geschäftsführung nun über die Auswirkungen der Pandemie informiert.

„Wir erwarten in den kommenden Monaten eine schwache Verkehrsauslastung.“

Prof. Dr.-Ing. Engelbert Lütke Daldrup, Vorsitzender der Geschäftsführung der Berliner Flughäfen

Rückgang um eintausend Prozent

Von 100.000 abgefertigten Fluggästen ist die Zahl durch die Pandemie auf rund 1000 Fluggäste am Tag gesunken. Auch finanziell gehen diese Einbußen nicht an den Hauptstadtflughäfen vorbei: Bis zu 200.000 Euro am Tag gehen durch das geringe Flugaufkommen verloren.

Erst in einem Jahr rechne man wieder mit dem gewohnten Fluggastaufkommen. Die Digitalisierung und die Klimadebatte könnten diesen Zeitpunkt allerdings, vor allem im Bereich der geschäftlichen Buchungen, weiter nach hinten verlagern.

„Für den BER als Infrastruktur fürchten wir aktuell keine Folgen. Natürlich haben alle deutschen Flughäfen gerade ein Problem. Die Frage ist, wie schnell die Reisebeschränkjungen ausgesetzt werden. Wir erwarten mittelfristig eine längere Anlaufphase, bei der Flugbetrieb wieder das ursprüngliche Niveau erreicht hat. Das kann durchaus mehr als ein Jahr dauern. Wir erwarten aber, dass er wieder seine ursprünglichen Dimensionen annehmen wird, vor allem bei Privatpersonen.“

Prof. Dr.-Ing. Engelbert Lütke Daldrup, Vorsitzender der Geschäftsführung der Berliner Flughäfen

Studie schätzt die Flughäfen als bankrott ein

Eine Finanzhilfe durch den Bund, wie von Flughafenchef Prof. Dr.-Ing. Engelbert Lütke Daldrup schon vor Wochen im gegenüber dem rbb gefordert, scheint momentan unwahrscheinlich. Wie er mitteilte, haben die Vertreter des Bundes auf der heutigen Sitzung keine Subventionen in Aussicht gestellt.

Anders sieht es seitens der Gesellschafter aus. Bis zu 300 Millionen Euro werden diese zur Verfügung stellen und haben bereits in den Haushaltsbeschlüssen des Bundes entsprechend notwendige Schritte eingeleitet.

Keinesfalls gehe es aber darum die Insolvenz abzuwenden, wie eine kürzlich veröffentlichte Studie warnt, so Daldrup. Vielmehr soll die Erhöhung des Eigenkapitals für einen gelungen Start und einen ausgeglichenen Wirtschaftsplan im ersten Quartal sorgen.

Wird Tegel jetzt geschlossen?

Schon seit einigen Tagen wird um eine vorzeitige Schließung des Flughafen Tegel diskutiert, da dieser unter der aktuellen Auslastung schlicht nicht gebraucht wird. Jetzt hat der Aufsichtsrat zugestimmt. Ein entsprechender Antrag auf die temporäre Befreiung von der Betriebspflicht für zwei Moante soll noch heute gestelt werden. wird noch heute gestellt.

Zum Thema: Auch Tier Mobility leider sehr unter den Auswirkungen der Pandemie.

In 14 Tagen dann werden Geschäftsführung und Aufischtsrat erneut tagen und über eine Schließung final entscheiden, sollte diesem Antrag statt gegeben werden.

Was das für die Mitarbeiter bedeuten würde, bleibt unklar. Ein erheblicher Teil der Mitarbeiter befindet sich schon jetzt in Kurzarbeit. Nur die dringend für den Flugbetrieb benötigten Mitarbeiter möchte Daldrup weiterhin vor Ort beschäftigen. Eine Vereinbarung zum Aufstocken des Lohns für bestimmte Beschäftigungsgruppen auf 80 bis 90 Prozent stelle eine sozial verantwortbare Lösung dar.

Kein Einfluss auf die Öffnung des BER

Trotz der aktuellen Situation plane man weiter, das Versprechen von 2017 einzuhalten und den BER am 31. Oktober zu eröffnen. Gerade erst wurden die Bauarbeiten am Terminal 1 abgeschlossen. Nun gilt es den eigentlichen Flugbetrieb vorzubereiten und verschiedene Betriebsproben durchzuführen.

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